Jeweils am 4. Donnerstag im Monat haben wir unseren online Workshop für Fragen zu Lightroom und Photoshop. Unter anderem hatten wir diesmal ein Bild von der Ulrike mit einer besonderen Herausforderung zur Bearbeitung vorliegen:

Durch die Spiegelung in der Glasscheibe und dem Licht-Schattenverlauf ist der linke Teil der Schrift kaum noch lesbar; das gilt besonders dann, wenn das Bild gedruckt werden soll. Vor Beginn unserer online Besprechung hatte ich keine Zeit mehr, um mich damit zu befassen, also musste ich während der Sitzung versuchen, das Beste daraus zu machen. Was hier notwendig ist, ist offensichtlich: eine Kontrasterhöhung des im Schatten liegenden Teil des Textes. Da aus meiner Sicht Lightroom zur Bearbeitung hierzu nicht geeignet erscheint, habe ich das gleich mit Photoshop in Angriff genommen. Zur Kontrasterhöhung ist eine Gradationskurve oder eine Ebene zur Tonwertkorrektur geeignet. Ich habe mich für die Gradationskurve entschieden, da diese eine gezieltere Anpassung der Ergebnisse erlaubt.
Bleibt noch die Auswahl der Schrift. Dazu habe ich schließlich zwei Varianten benutzt und diese dann sogar überlagert. Mit dem Plugin TK8 von Tony Kuyper lassen sich beide Methoden verwenden. Meine erste Idee war die Verwendung der Schaltfläche für eine Zonenmaske. Damit kann der Tonwert der kontrastarmen Schrift ausgewählt werden und durch zusätzliche Anpassungen bereits im Kontrast verstärkt werden. Wie im Video unten zu sehen ist, ist uns das auch ganz gut gelungen. Aber gereicht hat das noch nicht, wie nach der Ausgabe mit einer Gradationskurve ersichtlich wurde. Also musste diese Maske weiter bearbeitet werden, und zwar habe ich hierzu das Abwedler-/Nachbelichtungswerkzeug (D&B) von Photoshop benutzt. Das funktioniert in einer Maske besonders gut, weil der Bereich der Lichter, Mitteltöne und Schatten gezielt ausgewählt werden kann, um die Tonwerte der Maske anzupassen. Zum Thema dieses Dodge&Burn Werkzeugs von Photoshop gibt es auf meinem YouTube-Kanal ein eigenes Video.
Nach diesem ersten Versuch habe ich noch eine weitere Luminanzmaske auf Basis des Farbtons unternommen. Im Ausgangsbild ist ja ersichtlich, dass die Schrift im Schattenbereich leicht bläulich ist. Und es hat sich gezeigt, dass das eine gute Idee war. Der Kontrastunterschied war am Anfang zwar extrem gering, konnte aber mit den Reglern des TK8 Plugins sehr gut angepasst werden. Den letzten Rest hat dann wieder das D&B-Werkzeug aus Photoshop erledigt. Im Prinzip hätte bereits eine der zwei Methoden ausgereicht, um die Schrift wieder gut lesbar zu machen, aber zusammen war das Ergebnis einfach noch besser. Hierzu habe ich dann sogar die Ebenendeckkraft reduziert, damit es nicht übertrieben wirkt.
Bis das Bild dann wirklich fertig ist, sind aus meiner Sicht noch weitere Schritte notwendig geworden, die im Video auch zu sehen sind. Für mich sind das Standardroutinen, die ich je nach Erfordernis bei meinen Bildern mache. Bei diesem Bild war mir besonders der Weißabgleich wichtig, da neben der blauen Fassade des Hochhauses auch die ganze Basis des Bildes leicht bläulich eingefärbt war. Im Video sind hierzu zwei einfache Methoden gezeigt. Dann kommt natürlich auch eine Vignette (mit Korrektur) hinzu und auch eine Tonwertkorrektur, um unser Spektrum von 0 bis 255 zu erhalten. Und wer schon öfters zugeschaut hat, kennt auch meine Tonwertkorrektur zur Vermeidung von Clipping bei den tiefen und den hohen Tonwerten (fast so wie in der Musik).
Das Video kann direkt hier oder auf YouTube angesehen werden. Wer Interesse zur Teilnahme an meinen Workshops hat, kann mir eine Nachricht senden, dann kann ich eine Einladung weiterleiten.