Bilder neu mischen

Auf meiner Hauptseite habe ich bereits über mein Bild vom Federgras (Stipa pennata) geschrieben. Es besticht durch seine Farben, Formen und Strukturen, die mich emotional sehr berührten. Dieses Bild ist eines von 27, die ich im botanischen Garten in Erlangen aufgenommen und auf ungewöhnliche Weise in Photoshop bearbeitet habe.

Die Bearbeitungsschritte ähneln sich bei allen Bildern. Unterschiede entstehen durch die Anzahl der gleichzeitig geöffneten Ebenen und die Wahl der Mischebenen. Eine feste Anleitung gibt es nicht; jeder muss seinen eigenen Weg finden. Selbst bei einer erneuten Bearbeitung meiner Bildauswahl erziele ich andere Ergebnisse. Kleine Änderungen in der Reihenfolge oder der Bildhelligkeit führen zu unterschiedlichen Resultaten. Das ist gewollt und regt zur kritischen Analyse an. Es gibt kein besser oder schlechter, nur die Frage, was mir am Ende besser gefällt. Das andere Bild kann aufbewahrt oder später gelöscht werden.

Das Beispiel in meinem YouTube-Video zeigt eine „zweite“ Bearbeitung. Die Schritte des ersten Versuchs habe ich aus dem Gedächtnis rekonstruiert. Das Ergebnis ähnelt dem ersten, ist aber nicht identisch. Eine Feinabstimmung von Helligkeit, Dynamik, Sättigung und Vignette wäre am Ende noch nötig gewesen. Das mache ich meist mit etwas Abstand am nächsten Tag, um es besser beurteilen zu können. Meine Bearbeitung dauerte etwa 30 Minuten, im Video ist sie auf 10 Minuten gekürzt. Wer möchte, kann es langsamer abspielen oder pausieren.

Meine wesentlichen Schritte.

Ich verwende mindestens drei und maximal acht Bilder (hier sind es sieben), die aus verschiedenen Richtungen oder Winkeln aufgenommen wurden, manchmal aus unterschiedlicher Entfernung. Die Schärfe variiert auf verschiedenen Punkten. Die ausgewählten Bilder öffne ich in Photoshop als Ebenenstapel. Ein automatisches Ausrichten ist sinnlos, da die Bilder absichtlich versetzt fotografiert wurden. Wie im Video gezeigt, können die Bilder nach Wunsch übereinander geschoben werden. Manchmal überlagere ich Motive ohne Ausrichtung.

Zum Überlagern reduziere ich die Deckkraft und verschiebe die Bilder einzeln in die gewünschte Position. Die unterste Ebene bleibt unverändert. Ich wähle eine Ebene aus, die ich unten platziere, oft eine, bei der das Motiv mittig liegt, damit die anderen Ebenen weniger verschoben werden müssen. Die Ebene mit der besten Schärfe oder dem besten Licht schiebe ich meist nach oben. Das muss aber nicht sein; manchmal ist der Zufall besser.

Nun wähle ich alle Ebenen außer der untersten aus und ändere den Mischmodus von „Normal“ auf Abdunkeln, Aufhellen, Negativ Multiplizieren, Lichtpunkt oder Differenz. Diese Modi wirken meist gut. Das Ergebnis ist erst der Anfang; fast immer ist eine Zusatzbearbeitung mit Kurven nötig. Im Video habe ich meine Midtones- und Gamma-Kurven verwendet, aber jede frei einstellbare Kurve ist möglich.

Das Ergebnis speichere ich wieder als neuen Stapel (Photoshop-Befehl „Strg-Alt-Shift-E“ oder über einen Klick in meinem TK-Plugin, wie im Video gezeigt) und mache mir Notizen dazu. So entstehen mehrere neue Stapel, die ich ebenfalls wieder mit verschiedenen Mischmodi kombiniere, bis ich mein gewünschtes Ergebnis erreiche. Am Ende erfolgt die Feinabstimmung wie oben beschrieben.

Meine Beschreibung und das Video sind nur Anregungen. Jetzt ist eure Fantasie gefragt.

Der Soundtrack zum Video stammt von Thomas Kleinöder.

Hier ist das YouTube-Video:

 

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