Zweite Auflage „Siebzig Momente“
Mein Buch „Siebzig Momente“ erscheint nun in der zweiten Auflage unter dem Titel „Momente“. Die Vorbereitungen dafür begannen im Mai. Ursprünglich wollte ich ein Einzelexemplar für mich drucken lassen und weitere Exemplare als „Print on Demand“ anbieten. Obwohl es in Deutschland einige Anbieter gibt, musste ich mich durch zahlreiche Konditionen kämpfen, bevor ich mich entscheiden konnte. Nach langer Suche fiel meine Wahl auf ePubli. Doch als ich mein Buch im Großformat 300 x 300 mm als Fotobuch bestellen wollte, stellte sich heraus, dass ePubli dieses Format nicht anbietet. Der Verlag konzentriert sich offenbar auf Romane und kleinere Formate.
So blieb nur Blurb, das dieses Format standardmäßig im Programm hat. Dort hatte ich bereits Fotobücher anderer Autoren bestellt und Papiermuster vorliegen.
Layout
Die Druckvorlage hatte ich in Affinity Publisher fertiggestellt. Am bestehenden Buch nahm ich nur minimale Änderungen bei der Bildauswahl vor, passte das Layout jedoch grundlegend an. Während die erste Auflage als Hardcover mit Fadenheftung erschien, entschied ich mich aus Kostengründen diesmal für eine Klebebindung. Bei ähnlichen Fotobüchern ist ersichtlich, dass der Abstand zum Bund größer sein muss als zu den Seitenrändern. Als Vorbild diente mir das Buch *Outside II* von David Magee, eines der besten Werke in meiner Sammlung. Sollte ich jemals mein Lebenswerk veröffentlichen, müsste ich es ebenfalls bei „Concentric Editions“ drucken lassen.
Für mein Layout legte ich folgende Randabstände fest: innen 45 mm, links und rechts 35 mm, oben 50 mm, unten 60 mm. Der Bildrahmen maß damit etwa 218 x 188 mm. Nicht alle Bilder passten formatfüllend hinein, doch ich hielt die Abweichungen so gering wie möglich. Besonders bei großformatigen Negativen überschritt ich die Grenzen im Hoch- und Querformat.
Die Seitenzahl stieg von 96 auf 120, ergänzt mit Bildern aus den letzten sechs Jahren.
Druckvorbereitung und Lieferung bei Blurb
Die Druckvorbereitung verlief zunächst unkompliziert. Ich lud das ICC-Profil von Blurb herunter, installierte es und exportierte die Datei aus Affinity Publisher. Beim Hochladen musste ich jedoch die Vorgaben genau beachten, da Blurb andere Beschnittzugaben verlangt als andere Druckereien. Der Upload funktionierte, und ich ließ mir gegen einen kleinen Aufpreis eine PDF-Proof-Datei erstellen. Das Ergebnis schockierte mich: Die Farben, sowohl bei Farb- als auch Schwarzweißbildern, waren völlig unbrauchbar. Auf Nachfrage bestätigte der Kundenservice, dass meine Originaldatei korrekt sei, konnte aber nicht erklären, warum die Proof-Datei so stark abwich.
Trotz eines unguten Gefühls bestellte ich das Buch für 170 € als Einzelexemplar. Beim Auspacken war ich zunächst erleichtert: Der Druck wirkte auf den ersten Blick gelungen. Doch bei Tageslicht entdeckte ich bei einigen Schwarzweißbildern einen grünlichen Farbstich. Zwar weniger stark als in der Proof-Datei, aber für mich als kritischen Betrachter dennoch störend. Mir wurde klar, dass ich das Buch bei Blurb nicht als „Print on Demand“ anbieten konnte.
Farbstiche bei Schwarzweißbildern
Warum treten solche Farbstiche gerade bei Schwarzweißbildern auf? Der Fehler lag bei mir. Ich bearbeite alle Bilder, ob Schwarzweiß oder Farbe, in Lightroom und Photoshop im RGB-Modus. Ein Schwarzweiß-RGB-Bild enthält jedoch immer minimale Farbinformationen, die sich im Lab-Modus als geringe ab-Werte zeigen. Beim Export aus Affinity Publisher überträgt sich dieser Farbhauch in die Druckdatei. Um das zu vermeiden, muss man die Bilder vor dem Einfügen in den Graustufenmodus umwandeln. Diese Korrektur nahm ich bei den wichtigsten Bildern nachträglich vor. Mit dieser Erkenntnis ging ich in die nächste Runde.
Druckerei Mixam
Da ich bei meinem ersten Buchprojekt Anfang des Jahres mit Mixam zufrieden war, machte ich hier einen weiteren Versuch. Zwar bietet Mixam das Format 300 x 300 mm an, doch es ist erst ab einer Mindestauflage von 20 Exemplaren bestellbar – für 760 €, also 38 € pro Buch. Das war mir zu teuer. Stattdessen wählte ich das kleinere Format 210 x 210 mm als Hardcover. Der Nettopreis für ein Einzelexemplar war 15,50 €, stieg aber mit Versand und Mehrwertsteuer auf akzeptable 28 €.
Ich passte meine Affinity-Datei und die Druckdatei erneut an, um Farbfehler zu vermeiden, und behielt das Blurb-Format von 297 x 300 mm bei. Überraschenderweise akzeptierte Mixam die Datei, meldete jedoch einen Formatfehler. Hierzu wurde eine automatische Korrektur angeboten, was problemlos funktionierte. Für künftige Projekte werde ich jedoch eine Standarddatei im Format 210 x 210 mm anlegen.
Ergebnis bei Mixam
Schon beim Aufschlagen des frisch gelieferten Buches fiel mir ein Fehler auf: Bereits das erste Bild mit den Buschwindröschen zeigte in den dunklen Bereichen deutliche Querstreifen, als wäre die Tinte ausgegangen. Teilweise zogen sich weiße Streifen durch das Bild. Das zog sich durchs ganze Buch bis zum Ende. Ich dokumentierte den Mangel mit Fotos und meldete ihn dem Kundenservice. Kurz darauf erhielt ich die Bestätigung für einen Neudruck.
Der Neudruck war makellos. Die feine Auflösung hielt selbst einer Betrachtung mit der Lupe stand. Zufrieden mit diesem Testexemplar nahm ich finale Layoutanpassungen vor, darunter die Umbenennung des Titels von „Siebzig Momente“ zu „Momente“. Eine weitere Auflage mit ergänzendem Bildmaterial schließe ich ja nicht aus. Das Buch werde ich nun primär als kostenlosen Download anbieten. Um die Lesbarkeit auf mobilen Geräten zu verbessern, gestaltete ich die Texte hierfür zweispaltig.
Eine kleine Auflage mit 25 Exemplaren bestellte ich als Softcover, da ich diese beim Durchblättern angenehmer finde. Diese Erfahrung hatte ich bereits mit meinem älteren Buch „Lichtblicke in trüber Zeit“ gemacht, das ich sowohl als Hardcover- als auch als Softcover-Version besitze. Die Bestellung ist unterwegs, und die PDF-Version steht auf meiner Downloadseite bereit.
Kaum war die Bestellung abgeschlossen, bemerkte ich, dass auch mein zweites Testexemplar fehlerhaft war: Seiten lösten sich aus der Klebebindung. Auch hier wird nun ein weiteres Exemplar nachgedruckt. Irgendwann muss es doch passen.
